Laborwerte richtig einordnen: Warum einzelne Werte oft nicht die ganze Geschichte erzählen
KörperRaum™ LaborFOKUS – Laborwerte im Zusammenhang mit Beschwerden, Vorgeschichte und Diagnostik betrachten
Wenn Laborwerte „unauffällig“ sind – Beschwerden aber trotzdem bestehen
„Ihre Laborwerte sind unauffällig.“
Ein Satz, der zunächst beruhigend sein kann. Doch was bedeutet er, wenn gleichzeitig Erschöpfung, verminderte Belastbarkeit, Zyklusveränderungen, Verdauungsbeschwerden, Schlafprobleme oder andere gesundheitliche Beschwerden bestehen?
Laboruntersuchungen sind ein wichtiger Bestandteil medizinischer Diagnostik. Sie können Hinweise auf Stoffwechselprozesse, die Nährstoffversorgung, hormonelle Veränderungen, Entzündungsprozesse oder Organfunktionen geben.
Doch ein Laborbefund besteht nicht nur aus einzelnen Zahlen und der Frage, ob daneben ein Wert als „auffällig“ gekennzeichnet wurde.
Entscheidend ist zunächst:
Welche Werte wurden überhaupt untersucht? Warum wurden genau diese Werte bestimmt? Unter welchen Bedingungen erfolgte die Untersuchung? Und passen die untersuchten Parameter zur individuellen Fragestellung?
Genau hier beginnt für uns die differenzierte Betrachtung von Laborbefunden.
Laborwerte brauchen Kontext
Ein Laborwert ist immer eine Momentaufnahme. Seine Bedeutung kann von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden.
Dazu gehören – abhängig vom jeweiligen Laborparameter – beispielsweise die Tageszeit, der Abstand zur letzten Mahlzeit, körperliche Belastung, Stress, Schlaf, akute Infekte, Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel.
Bei Frauen können zusätzlich Zyklusphase, hormonelle Verhütung, Schwangerschaft, die Zeit nach einer Geburt, Stillzeit oder Perimenopause für die Interpretation bestimmter Werte relevant sein.
Auch einzelne Präparate können eine Rolle spielen. So können beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel nicht nur bestimmte Laborwerte verändern, sondern in einzelnen Fällen auch die labormedizinische Messung beeinflussen.
Deshalb reicht es aus unserer Sicht nicht, ausschließlich auf eine einzelne Zahl zu schauen.
Ein Laborbefund sollte immer im Zusammenhang betrachtet werden mit:
Beschwerden · Anamnese · Lebensphase · Medikamenten und Supplementen · bereits erfolgter Diagnostik · weiteren Laborparametern und – wenn erforderlich – dem Verlauf eines Wertes.
Dabei gilt gleichzeitig: Nicht jede Abweichung erklärt automatisch Beschwerden – und nicht bei jeder gesundheitlichen Fragestellung ist eine umfangreiche zusätzliche Labordiagnostik erforderlich.
Unser Grundgedanke lautet deshalb:
Nicht möglichst viele Laborwerte, sondern die richtigen Werte zur richtigen Fragestellung und ihre sinnvolle Einordnung.
Was bedeutet eigentlich „im Referenzbereich“?
Auf nahezu jedem Laborbefund findet sich neben dem gemessenen Wert ein sogenannter Referenzbereich.
Liegt ein Wert innerhalb dieses Bereichs, wird er häufig als unauffällig dargestellt. Liegt er außerhalb, wird er auf dem Befund meist entsprechend gekennzeichnet.
Diese Referenzbereiche sind eine wichtige Grundlage für die medizinische Beurteilung. Dennoch beantworten sie allein nicht jede individuelle gesundheitliche Fragestellung.
Denn die entscheidende Frage kann beispielsweise auch lauten:
Wurde für die bestehende Symptomatik überhaupt der relevante Parameter untersucht?
Oder:
Muss ein Wert aufgrund der individuellen Situation, des zeitlichen Verlaufs oder weiterer Befunde noch einmal kontrolliert werden?
Auch die gemeinsame Betrachtung verschiedener Laborparameter kann zusätzliche Informationen liefern. Ein einzelner Wert kann für sich betrachtet wenig auffällig erscheinen, während erst das Zusammenspiel mit weiteren Befunden eine differenziertere Einordnung ermöglicht.
Umgekehrt bedeutet ein außerhalb des Referenzbereiches liegender Wert nicht automatisch, dass dieser die Ursache vorhandener Beschwerden darstellt.
Deshalb möchten wir Laborwerte weder dramatisieren noch „optimieren“, nur weil sie sich an einer bestimmten Stelle innerhalb eines Referenzbereiches befinden.
Für uns geht es um etwas anderes:
Laborwerte verstehen und beurteilen, welche Bedeutung sie innerhalb der individuellen gesundheitlichen Situation tatsächlich haben können.
Von einzelnen Laborwerten zum diagnostischen Gesamtbild
In unserer Arbeit bei KörperRaum™ in Illertissen verstehen wir Labordiagnostik als einen Baustein innerhalb einer umfassenderen Diagnostik.
Am Anfang steht deshalb nicht die Frage:
„Welche Laborwerte können wir noch bestimmen?“
Sondern:
„Welche Beschwerden und Fragestellungen bestehen – und welche Diagnostik hilft uns dabei, diese möglichst sinnvoll einzuordnen?“
Je nach Situation können dabei Anamnese, körperliche und funktionelle Untersuchung, osteopathische oder physiotherapeutische Befunde, Ultraschalldiagnostik, vorhandene ärztliche Befunde und Laborwerte unterschiedliche Teile des Gesamtbildes darstellen.
Erst aus dieser Zusammenschau kann sich ergeben, ob vorhandene Laborwerte bereits ausreichend sind, ob einzelne Parameter kontrolliert werden sollten oder ob eine gezielte ergänzende Labordiagnostik sinnvoll sein kann.
Dieser diagnostische Ansatz bildet auch die Grundlage unseres KörperRaum™ LaborFOKUS.
Was ist der KörperRaum™ LaborFOKUS?
Viele Patientinnen und Patienten bringen bereits Laborbefunde mit: vom Hausarzt, von der Gynäkologie, Endokrinologie oder anderen Fachrichtungen. Manchmal wurden nur einzelne Werte bestimmt, manchmal liegen umfangreiche Blutuntersuchungen oder Befunde aus unterschiedlichen Zeitpunkten vor.
Dann stellt sich nicht automatisch die Frage nach einer weiteren Laboruntersuchung.
Oft lautet die wichtigere Frage zunächst:
Was wissen wir bereits – und wie lassen sich die vorhandenen Laborwerte im Zusammenhang mit den Beschwerden und der bisherigen Diagnostik einordnen?
Genau dafür haben wir den KörperRaum™ LaborFOKUS entwickelt.
Der LaborFOKUS ist eine strukturierte, integrative Einordnung bereits vorhandener Laborbefunde. Dabei betrachten wir nicht ausschließlich, ob einzelne Werte innerhalb oder außerhalb des angegebenen Referenzbereiches liegen.
Wir schauen genauer hin:
Welche Parameter wurden untersucht? Wie stehen die Werte miteinander in Beziehung? Welche Einflussfaktoren müssen bei der Interpretation berücksichtigt werden? Passen die vorhandenen Untersuchungen überhaupt zur aktuellen Fragestellung? Und gibt es Werte, bei denen eine Verlaufskontrolle oder weitere Abklärung sinnvoll sein könnte?
So wird aus einer Sammlung einzelner Laborwerte ein Befund, der innerhalb der persönlichen gesundheitlichen Situation betrachtet werden kann.
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Mehr als „auffällig“ oder „unauffällig“
Laborbefunde sind häufig sehr übersichtlich aufgebaut: Messwert, Einheit, Referenzbereich – eventuell ergänzt durch eine Markierung, wenn ein Wert außerhalb dieses Bereiches liegt.
Für eine erste Orientierung ist das wichtig.
Für eine differenzierte Einordnung kann jedoch mehr erforderlich sein.
Ein Wert kann beispielsweise durch den Zeitpunkt der Blutentnahme, Nahrungsaufnahme, körperliche Belastung, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, einen akuten Infekt oder andere Faktoren beeinflusst werden.
Bei bestimmten hormonellen Fragestellungen kann entscheidend sein, an welchem Zyklustag die Blutentnahme stattgefunden hat. Nach einer Schwangerschaft können wiederum der Zeitraum seit der Geburt, Blutverlust bei der Entbindung, Stillen oder das Wiedereinsetzen der Menstruation wichtige Informationen darstellen.
Auch Laborwerte, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten bestimmt wurden, können eine andere Aussage ermöglichen als eine einzelne Momentaufnahme.
Deshalb bedeutet LaborFOKUS für uns nicht, Laborwerte lediglich in „gut“ und „schlecht“ einzuteilen.
Es geht darum, die richtigen Fragen an einen vorhandenen Befund zu stellen.
Was können uns die Werte sagen und was können sie uns nicht sagen?
Diese Unterscheidung ist uns besonders wichtig.
Denn eine verantwortungsvolle Laborauswertung bedeutet auch, die Grenzen der vorhandenen Informationen zu erkennen.
Was betrachten wir beim KörperRaum™ LaborFOKUS?
Gesundheitliche Fragestellungen lassen sich nicht immer sauber voneinander trennen. Erschöpfung kann beispielsweise mit ganz unterschiedlichen Faktoren einhergehen. Hormonelle Veränderungen können gleichzeitig Stoffwechsel, Schlaf oder Wohlbefinden beeinflussen. Und gerade in besonderen Lebensphasen verändern sich auch die Bedingungen, unter denen Laborwerte beurteilt werden.
Deshalb ist der KörperRaum™ LaborFOKUS kein starres Laborpaket.
Je nach Beschwerden, Lebensphase und bereits vorhandenen Befunden können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt und – wenn erforderlich – miteinander verbunden werden.
LaborFOKUS Schilddrüse
Einordnung vorhandener Schilddrüsenwerte und relevanter Begleitparameter unter Berücksichtigung von Beschwerden, Medikation, Nahrungsergänzungsmitteln und bereits erfolgter Diagnostik.
LaborFOKUS Frauengesundheit & Hormone
Betrachtung hormoneller Laborbefunde im Zusammenhang mit Zyklus, Beschwerden, Lebensphase und weiteren relevanten Parametern.
LaborFOKUS Kinderwunsch
Einordnung bereits vorhandener Laborwerte im Zusammenhang mit Kinderwunsch und der gesundheitlichen Vorbereitung auf eine Schwangerschaft.
LaborFOKUS Schwangerschaft
Betrachtung relevanter Laborparameter unter Berücksichtigung der besonderen physiologischen Veränderungen und der jeweiligen Phase der Schwangerschaft.
LaborFOKUS Postpartum & Stillzeit
Einordnung von Laborwerten nach der Geburt und während der Stillzeit – beispielsweise im Zusammenhang mit Eisenstatus, Mikronährstoffversorgung, Schilddrüse, Stoffwechsel und hormoneller Situation.
LaborFOKUS Perimenopause & Wechseljahre
Einordnung vorhandener hormoneller und metabolischer Laborbefunde im Zusammenhang mit Beschwerden und der jeweiligen hormonellen Übergangsphase.
LaborFOKUS Eisen & Mikronährstoffe
Differenzierte Betrachtung des Eisenstatus sowie vorhandener Vitamin- und Mineralstoffwerte und relevanter Zusammenhänge.
LaborFOKUS Glukosestoffwechsel & Insulin
Einordnung vorhandener Parameter des Glukosestoffwechsels wie Nüchternglukose, HbA1c, Insulin oder weiterer bereits bestimmter Stoffwechselwerte unter Berücksichtigung möglicher Einflussfaktoren.
LaborFOKUS Darm & Verdauung
Einordnung bereits vorhandener Labor- und Stuhlbefunde im Zusammenhang mit Verdauungsbeschwerden, Stoffwechsel und der individuellen gesundheitlichen Fragestellung.
Kein Laborpaket von der Stange
Die genannten Schwerpunkte verstehen wir bewusst nicht als voneinander getrennte Standardpakete.
Denn der menschliche Körper hält sich nicht an solche Kategorien.
Bei einer Patientin in der Perimenopause können beispielsweise gleichzeitig Schilddrüsenwerte, Eisenstatus, Glukosestoffwechsel und hormonelle Veränderungen relevant sein. Nach einer Geburt können Erschöpfung, Eisenversorgung, Schilddrüse, Stillzeit und hormonelle Umstellung miteinander betrachtet werden müssen.
Welche Bereiche tatsächlich berücksichtigt werden, ergibt sich deshalb aus der individuellen Fragestellung und den vorhandenen Befunden.
Genau darin liegt der Grundgedanke des KörperRaum™ LaborFOKUS:
Nicht einzelne Werte isolieren, sondern Zusammenhänge erkennen ohne mehr hineinzuinterpretieren, als die vorhandenen Befunde tatsächlich aussagen können.
Warum bieten wir den KörperRaum™ LaborFOKUS für Bestandspatient an?
Laborwerte lassen sich umso sinnvoller einordnen, je mehr über die gesundheitliche Situation eines Menschen bekannt ist.
Welche Beschwerden bestehen? Seit wann? Welche Erkrankungen oder besonderen Lebensphasen spielen eine Rolle? Welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel werden eingenommen? Welche Untersuchungen wurden bereits durchgeführt? Und welche Fragestellung soll mit den vorhandenen Laborwerten überhaupt beantwortet werden?
Deshalb ist der KörperRaum™ LaborFOKUS als ergänzende Leistung für unsere Bestandspatientinnen und -patienten konzipiert, die bereits persönlich bei uns vorgestellt wurden.
Das bedeutet: Wir betrachten nicht einen anonym zugesandten Laborbefund losgelöst von der Person dahinter.
Wir können die Laborwerte vielmehr mit bereits bekannten Informationen aus Anamnese, Beschwerden und bisheriger Diagnostik verbinden.
Denn Laborwerte bekommen ihre Bedeutung erst im richtigen Kontext.
Eine ausschließlich digitale Auswertung eingesandter Laborbefunde ohne vorausgegangenen persönlichen Kontakt bieten wir daher nicht an.
Das verstehen wir nicht als Einschränkung, sondern als Teil unseres Qualitätsanspruchs.
Sie sind noch nicht bei KörperRaum™ haben aber Beschwerden und bereits Laborwerte?
Natürlich können sich auch neue Patientinnen und Patienten mit gesundheitlichen Beschwerden und bereits vorhandenen Laborbefunden bei uns vorstellen.
In diesem Fall beginnt unsere Arbeit jedoch nicht mit einer isolierten Laborauswertung.
Am Anfang steht Ihre persönliche gesundheitliche Fragestellung.
Vielleicht bestehen beispielsweise:
anhaltende Erschöpfung · verminderte Belastbarkeit · Zyklusveränderungen · Beschwerden nach Schwangerschaft und Geburt · Verdauungsprobleme · hormonelle Beschwerden · Veränderungen in der Perimenopause · Stoffwechselprobleme oder andere bislang nicht ausreichend geklärte Beschwerden.
Gemeinsam schauen wir zunächst, welcher diagnostische Einstieg für Ihre Situation sinnvoll ist.
Je nach Fragestellung kann dieser unterschiedlich aussehen. Bereits vorhandene Laborwerte bringen Sie selbstverständlich mit ebenso wie relevante Arztberichte und weitere Vorbefunde.
Diese Informationen fließen in die diagnostische Betrachtung ein.
Erst daraus ergibt sich, ob die vorhandenen Laborbefunde bereits ausreichende Informationen liefern, ob eine vertiefte Einordnung im Rahmen des LaborFOKUS sinnvoll ist oder ob gezielt weitere diagnostische Untersuchungen benötigt werden.
Erst die Fragestellung. Dann die passende Diagnostik.
Das entspricht unserem grundsätzlichen Ansatz bei KörperRaum™:
Nicht jede Patientin und jeder Patient benötigt dieselben Untersuchungen – sondern die Diagnostik, die zur individuellen Situation passt.
Muss für einen LaborFOKUS immer neues Blut abgenommen werden?
Nein.
Gerade das ist ein wichtiger Gedanke hinter dem KörperRaum™ LaborFOKUS.
Wenn bereits aktuelle und für die Fragestellung relevante Laborbefunde vorhanden sind, betrachten wir zunächst diese.
Denn eine sinnvolle Diagnostik bedeutet für uns nicht, Untersuchungen unnötig zu wiederholen oder möglichst viele zusätzliche Werte bestimmen zu lassen.
Manchmal reichen vorhandene Befunde für eine erste Einordnung aus.
Manchmal fehlt nur ein bestimmter Parameter.
Manchmal ist eine Verlaufskontrolle aussagekräftiger als eine sofortige erneute umfangreiche Untersuchung.
Und manchmal zeigt die Betrachtung, dass eine ganz andere diagnostische Richtung wichtiger ist als weiteres Labor.
Gute Diagnostik bedeutet auch zu erkennen, welche Untersuchung nicht notwendig ist.
Wenn sich aus der individuellen Fragestellung ein Bedarf für zusätzliche Laborparameter ergibt, kann die weitere Labordiagnostik gezielt geplant werden.
Was geschieht nach der LaborFOKUS-Auswertung?
Eine Laborauswertung ist für uns kein Selbstzweck.
Am Ende sollte nicht einfach eine weitere Sammlung medizinischer Informationen stehen, sondern eine verständliche Einordnung:
Was zeigen die vorhandenen Befunde? Was ist unauffällig? Was sollte beobachtet werden? Wo fehlen möglicherweise Informationen? Und was bedeutet das für das weitere Vorgehen?
Dabei können ganz unterschiedliche Ergebnisse entstehen.
Es kann beispielsweise sein, dass die vorhandenen Laborwerte zur aktuellen Fragestellung keine relevante Auffälligkeit zeigen und zunächst keine weitere Labordiagnostik erforderlich erscheint.
Es kann sinnvoll sein, einzelne Werte zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu kontrollieren.
Es können für die Fragestellung wichtige Parameter fehlen, sodass eine gezielte Ergänzung sinnvoll erscheint.
Oder ein Befund kann eine weitere ärztliche oder fachärztliche Abklärung erforderlich machen.
Auch das gehört zu einer verantwortungsvollen Einordnung von Laborbefunden.
Wenn aus Diagnostik Therapie wird
Ergeben sich aus Anamnese, Diagnostik und Laborbefunden Ansatzpunkte für eine Behandlung, kann im nächsten Schritt gemeinsam entschieden werden, welche therapeutische Begleitung sinnvoll ist.
Abhängig von der individuellen Situation kann dies beispielsweise die Erstellung eines Einnahmeplans, konkrete Ernährungs- und Lebensstil-Empfehlungen oder weitere naturheilkundliche und therapeutische Maßnahmen umfassen.
Bei komplexeren Fragestellungen kann eine solche Begleitung auch über einen längeren Zeitraum erfolgen.
Dabei können Verlaufskontrollen wichtig werden: Wie entwickeln sich Beschwerden? Wie werden Maßnahmen vertragen? Haben sich Laborparameter verändert? Muss etwas angepasst, ergänzt oder wieder beendet werden?
So entsteht ein Prozess aus:
Diagnostik → Einordnung → individuelle Therapie → Verlaufskontrolle → Anpassung
Dabei bleiben Diagnostik und Therapie bewusst voneinander getrennte Schritte.
Denn aus einem auffälligen Laborwert folgt nicht automatisch eine bestimmte Behandlung – genauso wenig wie eine Therapie allein aufgrund eines einzelnen Laborparameters beurteilt werden sollte.
Unser Ziel ist nicht die Behandlung eines Laborwertes, sondern die sinnvolle Begleitung des Menschen, zu dem dieser Laborwert gehört.
Ein Beispiel aus der Praxis: Wenn mehrere Befunde zusammenkommen
Wie eine solche Einordnung aussehen kann, lässt sich am besten an einem fiktiven Beispiel erklären.
Eine 45-jährige Patientin stellt sich aufgrund zunehmender Erschöpfung, verminderter Belastbarkeit, Schlafproblemen und Veränderungen ihres Menstruationszyklus vor.
In den vergangenen Monaten wurden bereits verschiedene Blutuntersuchungen durchgeführt. Vorhanden sind unter anderem Schilddrüsenwerte, ein Blutbild, Ferritin, Vitamin D sowie einzelne Hormonwerte.
Die Patientin möchte wissen:
„Sind meine Laborwerte wirklich unauffällig – und können sie etwas mit meinen Beschwerden zu tun haben?“
An dieser Stelle würden wir nicht automatisch ein großes neues Laborprofil veranlassen.
Zunächst geht es darum, die vorhandenen Informationen zu strukturieren.
Welche Beschwerden bestehen genau und seit wann? In welcher hormonellen Lebensphase befindet sich die Patientin? Wann wurden die Hormonwerte bestimmt? An welchem Zyklustag erfolgte die Blutentnahme? Welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel werden eingenommen? Wie vollständig wurde der Eisenstatus untersucht? Welche Schilddrüsenparameter liegen vor? Gibt es ältere Werte, die einen Verlauf erkennen lassen? Und welche weiteren Untersuchungen wurden bereits durchgeführt?
Erst wenn diese Informationen zusammengeführt werden, lässt sich beurteilen, welche Aussage die vorhandenen Laborbefunde tatsächlich ermöglichen – und welche nicht.
Vielleicht zeigt sich, dass die vorhandenen Werte für die aktuelle Fragestellung bereits ausreichend sind.
Vielleicht sollte ein einzelner Wert im Verlauf kontrolliert werden.
Vielleicht fehlen wenige, aber relevante Parameter.
Oder die Beschwerden weisen darauf hin, dass neben dem Labor eine andere diagnostische Betrachtung notwendig ist.
Genau darum geht es beim KörperRaum™ LaborFOKUS:
Nicht automatisch mehr untersuchen, sondern vorhandene Informationen besser einordnen und gezielt entscheiden, was als Nächstes sinnvoll ist.
Häufige Fragen zum KörperRaum™ LaborFOKUS
Was ist der KörperRaum™ LaborFOKUS?
Der KörperRaum™ LaborFOKUS ist eine strukturierte Einordnung bereits vorhandener Laborbefunde im Zusammenhang mit der persönlichen gesundheitlichen Fragestellung.
Dabei werden Laborwerte nicht ausschließlich danach betrachtet, ob sie innerhalb oder außerhalb eines angegebenen Referenzbereiches liegen.
Je nach Fragestellung berücksichtigen wir unter anderem Beschwerden, Vorgeschichte, Lebensphase, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, bereits erfolgte Diagnostik, mögliche Einflussfaktoren sowie Veränderungen von Laborwerten im zeitlichen Verlauf.
Kann ich bei KörperRaum™ meine vorhandenen Blutwerte auswerten lassen?
Der KörperRaum™ LaborFOKUS ist als ergänzende Leistung für unsere Bestandspatientinnen und -patienten konzipiert, die bereits persönlich bei uns vorgestellt wurden.
Neue Patientinnen und Patienten können sich selbstverständlich mit ihren Beschwerden und bereits vorhandenen Laborbefunden bei uns vorstellen.
In diesem Fall wählen wir zunächst einen geeigneten diagnostischen Einstieg. Die vorhandenen Laborwerte können dabei von Beginn an berücksichtigt werden. Anschließend kann entschieden werden, ob eine vertiefte Laboreinordnung oder weitere Diagnostik sinnvoll ist.
Was bedeutet es, wenn meine Blutwerte im Referenzbereich liegen?
Ein Wert innerhalb des Referenzbereiches ist zunächst eine wichtige Information. Ob damit eine konkrete gesundheitliche Fragestellung ausreichend beantwortet ist, hängt jedoch unter anderem davon ab, welche Parameter untersucht wurden, unter welchen Bedingungen die Untersuchung stattgefunden hat und welche Beschwerden beziehungsweise weiteren Befunde vorliegen.
Wir arbeiten deshalb nicht mit dem Grundsatz, jeden Wert innerhalb eines Referenzbereiches weiter „optimieren“ zu müssen.
Vielmehr geht es darum zu beurteilen, ob die vorhandenen Laborinformationen zur individuellen Fragestellung passen und ausreichend sind.
Welche Laborwerte können beim LaborFOKUS berücksichtigt werden?
Das hängt von der jeweiligen Fragestellung ab.
Mögliche Bereiche sind beispielsweise:
Schilddrüsenwerte · Eisenstatus · Mikronährstoffe · Hormonwerte · Glukosestoffwechsel und Insulin · Entzündungsparameter · Stoffwechselparameter · Laborwerte in Schwangerschaft, Postpartum und Stillzeit · Laborbefunde in der Perimenopause und den Wechseljahren · vorhandene Stuhlbefunde
Dabei gibt es keine pauschale Liste an Laborwerten, die für jeden Menschen gleichermaßen sinnvoll ist. Werden beim LaborFOKUS automatisch neue Laborwerte bestimmt?
Nein. Zunächst werden die bereits vorhandenen Befunde betrachtet.
Erst wenn sich daraus ergibt, dass für die individuelle Fragestellung relevante Informationen fehlen oder bestimmte Werte kontrolliert werden sollten, kann eine gezielte ergänzende Labordiagnostik besprochen werden.
Werden beim LaborFOKUS automatisch neue Laborwerte bestimmt?
Nein. Zunächst werden die bereits vorhandenen Befunde betrachtet.
Erst wenn sich daraus ergibt, dass für die individuelle Fragestellung relevante Informationen fehlen oder bestimmte Werte kontrolliert werden sollten, kann eine gezielte ergänzende Labordiagnostik besprochen werden.
Was passiert, wenn ein Laborwert auffällig ist?
Das hängt vom jeweiligen Befund und dessen möglicher Bedeutung ab.
Ein auffälliger Laborwert kann eine Verlaufskontrolle erforderlich machen, Anlass für weitere Diagnostik sein oder eine ärztliche beziehungsweise fachärztliche Abklärung notwendig machen.
Ein außerhalb des Referenzbereiches liegender Wert bedeutet jedoch nicht automatisch, dass damit die Ursache vorhandener Beschwerden gefunden wurde.
Auch hier ist die Einordnung in den Gesamtkontext entscheidend.
Bekomme ich nach dem LaborFOKUS einen Einnahme- oder Therapieplan?
Der LaborFOKUS dient zunächst der diagnostischen Einordnung vorhandener Befunde.
Ergibt sich daraus gemeinsam mit Anamnese und weiterer Diagnostik ein therapeutischer Ansatz, können darauf aufbauend individuelle Empfehlungen oder eine therapeutische Begleitung erfolgen.
Je nach Situation können dazu beispielsweise ein Einnahmeplan, Ernährungs- und Lebensstil-Empfehlungen oder weitere naturheilkundliche und therapeutische Maßnahmen gehören.
Bei komplexeren Fragestellungen kann auch eine längerfristige Begleitung mit Verlaufskontrollen und entsprechenden Anpassungen sinnvoll sein.
Laborwerte verstehen heißt, den Menschen dahinter zu sehen
Moderne Labordiagnostik kann uns heute eine große Menge an Informationen liefern.
Die entscheidende Frage ist jedoch nicht, wie viele Werte wir bestimmen können.
Entscheidend ist, welche Informationen wir für eine konkrete gesundheitliche Fragestellung benötigen – und wie wir diese sinnvoll mit Beschwerden, Vorgeschichte und weiteren diagnostischen Befunden zusammenführen.
Genau aus diesem Gedanken ist der KörperRaum™ LaborFOKUS entstanden.
Wir möchten vorhandene Laborwerte weder überinterpretieren noch lediglich danach beurteilen, ob auf einem Laborblatt eine Markierung danebensteht.
Wir möchten verstehen:
Was wissen wir bereits?
Welche Zusammenhänge sind medizinisch sinnvoll zu betrachten?
Welche Informationen fehlen möglicherweise noch?
Und welcher nächste Schritt ergibt sich daraus?
Für unsere Bestandspatientinnen und -patienten bietet der KörperRaum™ LaborFOKUS die Möglichkeit, vorhandene Laborbefunde gezielt in die weitere diagnostische und therapeutische Begleitung einzubeziehen.
Wenn Sie noch nicht bei uns in Behandlung sind und Beschwerden haben, beginnen wir zunächst mit Ihrer persönlichen gesundheitlichen Fragestellung und wählen gemeinsam den passenden diagnostischen Einstieg.
Vorhandene Laborbefunde und Arztberichte können Sie dabei selbstverständlich mitbringen.
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Erst verstehen. Dann gezielt diagnostizieren. Und daraus die nächsten Schritte entwickeln.
Quellen & weiterführende Fachinformationen
Die Inhalte dieses Beitrags orientieren sich unter anderem an fachlichen Informationen und Empfehlungen etablierter medizinischer Institutionen und Fachgesellschaften.
Bundesärztekammer
Richtlinie zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (Rili-BÄK)
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Fachinformationen zur Eisenversorgung und Beurteilung des Eisenstatus
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Leitlinien und Praxisempfehlungen zu Diabetesdiagnostik und Glukosestoffwechsel
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Fachinformationen zum Einfluss von Biotin auf bestimmte Laboruntersuchungen
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnostik oder Behandlung.
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