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Kind schläft schlecht: Ursachen für Schlafprobleme bei Kindern

„Mein Kind schläft einfach schlecht.“ hinter diesem Satz können ganz unterschiedliche Situationen stecken. Manche Kinder brauchen sehr lange, bis sie einschlafen. Andere werden nachts immer wieder wach, schlafen ausgesprochen unruhig oder wachen morgens auf, obwohl die Nacht eigentlich noch nicht vorbei sein sollte.

Vorübergehende Veränderungen des Schlafs gehören zur kindlichen Entwicklung dazu. Schlaf verändert sich mit dem Alter, mit Entwicklungsschritten und mit dem Alltag eines Kindes. Wenn Schlafprobleme jedoch über längere Zeit bestehen, sehr ausgeprägt sind oder das Kind und die Familie zunehmend belasten, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Denn schlechter Schlaf ist zunächst keine Diagnose, sondern ein Symptom.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:

„Wie bekommen wir unser Kind dazu, besser zu schlafen?“

Sondern auch:

„Warum fällt Schlaf unserem Kind gerade schwer?“

Genau hier beginnt für uns eine differenzierte Betrachtung.

Schlafendes Kind im Bett mit Kuscheltier – Titelbild zum Beitrag „Kind schläft schlecht: Was hinter Schlafproblemen bei Kindern stecken kann“.

Schlafprobleme bei Kindern können sehr unterschiedlich aussehen

Nicht jedes Kind, das „schlecht schläft“, hat dasselbe Problem. Bereits die Art der Schlafstörung kann wichtige Hinweise geben.

Eltern berichten beispielsweise, dass ihr Kind:

  • abends sehr lange zum Einschlafen braucht,
  • nur in Anwesenheit eines Elternteils einschlafen kann,
  • nachts häufig aufwacht,
  • nach dem Aufwachen nur schwer wieder einschläft,
  • sehr unruhig schläft und sich viel bewegt,
  • stark schwitzt,
  • mit den Zähnen knirscht,
  • schnarcht oder auffällig durch den Mund atmet,
  • sehr früh morgens wach wird,
  • nachts längere Wachphasen hat,
  • morgens nur schwer in Gang kommt,
  • tagsüber müde, unkonzentriert oder auffällig reizbar ist.

Für die Ursachenforschung ist deshalb nicht nur wichtig, wie lange ein Kind schläft, sondern auch, wie Schlafbeginn, Schlafqualität, nächtliche Atmung und Tagesbefinden aussehen.

Schlafendes Kind im Bett mit Kuscheltier – Titelbild zum Beitrag „Kind schläft schlecht: Was hinter Schlafproblemen bei Kindern stecken kann“.

Was ist bei Kindern eigentlich normaler Schlaf?

Kinder schlafen anders als Erwachsene – und auch innerhalb der Kindheit verändert sich Schlaf immer wieder.

Nicht jedes nächtliche Erwachen, jede längere Einschlafphase oder jede unruhige Nacht bedeutet deshalb automatisch, dass eine Schlafstörung vorliegt. Gerade jüngere Kinder wachen nachts natürlicherweise zwischen Schlafzyklen auf. Entscheidend ist unter anderem, ob sie anschließend wieder in den Schlaf finden und wie häufig beziehungsweise wie lange diese Wachphasen auftreten.

Auch der Schlafbedarf ist individuell. Manche Kinder benötigen mehr Schlaf, andere weniger. Hinzu kommen Entwicklungsphasen, Wachstum, neue Eindrücke, Veränderungen im Alltag oder vorübergehende Ängste, die den Schlaf zeitweise verändern können.

Deshalb lohnt sich zunächst die Frage:

Schläft mein Kind tatsächlich auffällig – oder entspricht sein Schlaf möglicherweise noch seiner Entwicklungsphase und seinem individuellen Schlafbedarf?

 

Nicht jede unruhige Nacht ist ein Schlafproblem

Einzelne schlechte Nächte oder vorübergehende Phasen gehören zur Kindheit dazu. Auch gelegentliches nächtliches Aufwachen ist zunächst nichts Ungewöhnliches.

Genauer hinschauen würde man eher, wenn sich ein Muster entwickelt: wenn Einschlafen oder nächtliches Wiedereinschlafen regelmäßig sehr schwierig sind, der Schlaf über längere Zeit deutlich unruhig oder wenig erholsam erscheint oder wenn zusätzliche Auffälligkeiten hinzukommen.

 

Kinderzimmer am Abend mit Nachtlicht und Büchern zum Thema Ruhe und Schlaf.

Besonders wichtig ist dabei auch der Tag. Ein Kind, das nachts vermeintlich „zu wenig“ schläft, morgens aber gut aufsteht, tagsüber aufmerksam, ausgeglichen und leistungsfähig ist und sich altersgerecht entwickelt, muss anders beurteilt werden als ein Kind mit ausgeprägter Tagesmüdigkeit, Konzentrationsproblemen, Gereiztheit oder anderen Beschwerden.

Nicht allein die Anzahl der geschlafenen Stunden entscheidet also darüber, ob Schlaf problematisch ist. Das Gesamtbild des Kindes ist entscheidend.

Warum schläft mein Kind schlecht?

Meist gibt es nicht die eine Ursache. Schlaf wird von vielen Faktoren beeinflusst – und nicht selten greifen mehrere davon ineinander.

1. Schlafrhythmus, Gewohnheiten und Alltag

Manchmal liegen wichtige Einflussfaktoren direkt im Tagesablauf.

Unregelmäßige Schlafenszeiten, ein sehr später Tagesrhythmus, lange oder ungünstig gelegene Tagschlafzeiten, wenig Tageslicht und Bewegung oder viel Aktivierung am Abend können das Einschlafen erschweren.

Auch Medien spielen eine Rolle. Dabei geht es nicht ausschließlich um Bildschirmlicht, sondern ebenso um die mentale und emotionale Aktivierung, die durch Spiele, Videos oder andere Inhalte entstehen kann.

Gleichzeitig sollte man Eltern nicht vorschnell vermitteln, sie müssten lediglich die „richtige Abendroutine“ finden. Wenn ein Kind trotz sinnvoller Rahmenbedingungen dauerhaft schlecht schläft, kann es wichtig sein, weiterzusuchen.

2. Entwicklung, Emotionen und innere Anspannung

Kinder verarbeiten im Schlaf sehr viel.

Entwicklungsschritte, Veränderungen im Kindergarten oder in der Schule, Konflikte, Ängste, Trennungssituationen oder andere belastende Erlebnisse können sich deshalb auch im Schlaf bemerkbar machen.

Manche Kinder wirken tagsüber relativ ausgeglichen und zeigen erst am Abend, wie schwer ihnen das Herunterfahren fällt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Schlafproblem „psychisch“ ist. Vielmehr gehören emotionale Belastung, körperliche Regulation und Schlaf eng zusammen und sollten gemeinsam betrachtet werden.

3. Das vegetative Nervensystem und die körperliche Regulation

Um einzuschlafen, muss der Körper von Aktivität auf Ruhe umschalten können.

Herzfrequenz, Atmung, Muskelspannung, Verdauung und viele weitere Prozesse werden dabei über das autonome beziehungsweise vegetative Nervensystem mitgesteuert.

Bei manchen Kindern fällt auf, dass dieses Umschalten schwer gelingt. Sie sind abends müde und gleichzeitig „aufgedreht“, reagieren empfindlich auf Reize, finden körperlich schlecht zur Ruhe oder wachen nachts schnell wieder auf.

Für uns ist deshalb interessant:

Wie gut gelingt dem Kind der Wechsel zwischen Aktivität, Anspannung, Erholung und Ruhe?

Dieser Regulationsaspekt ist ein wichtiger Baustein – allerdings nicht automatisch die Erklärung für jedes Schlafproblem.

4. Schmerzen und körperliche Beschwerden können den Schlaf stören

Ein Kind muss nicht immer sagen können: „Ich habe Schmerzen.“

Auch körperliche Beschwerden können sich zunächst durch unruhigen Schlaf oder häufiges Erwachen bemerkbar machen.

Dazu gehören beispielsweise wiederkehrende:

  • Bauchschmerzen,
  • Verstopfung oder Blähungen,
  • Refluxbeschwerden,
  • Kopfschmerzen,
  • Wachstumsschmerzen oder andere Schmerzen,
  • Juckreiz oder Hautprobleme,
  • nächtlicher Husten oder Atemwegsbeschwerden.

Deshalb gehört für uns auch die Frage dazu:

Gibt es neben dem Schlaf weitere körperliche Auffälligkeiten?

5. Atmung und Schlafqualität – ein besonders wichtiger Punkt

Ein Kind kann viele Stunden im Bett verbringen und trotzdem keinen erholsamen Schlaf haben.

Besonders aufmerksam sollte man deshalb auf die nächtliche Atmung achten.

Hinweise können beispielsweise sein:

  • regelmäßiges oder deutliches Schnarchen,
  • überwiegende Mundatmung,
  • auffällige Atemgeräusche,
  • beobachtete Atempausen,
  • starkes Schwitzen,
  • sehr unruhiger Schlaf,
  • ungewöhnliche Schlafpositionen,
  • morgendliche Kopfschmerzen,
  • ausgeprägte Tagesmüdigkeit oder Konzentrationsprobleme.

Vergrößerte Mandeln oder Rachenmandeln, eine eingeschränkte Nasenatmung oder andere Ursachen einer schlafbezogenen Atmungsstörung können die Schlafqualität erheblich beeinflussen.

Solche Auffälligkeiten gehören ärztlich abgeklärt und sollten nicht lediglich als Regulationsproblem eingeordnet werden.

6. Eisen und andere medizinische Faktoren

Auch bestimmte körperliche beziehungsweise medizinische Faktoren können bei Schlafproblemen eine Rolle spielen.

Ein Beispiel ist der Eisenstoffwechsel. Insbesondere bei ausgeprägter nächtlicher motorischer Unruhe oder einem Restless-Legs-Syndrom kann der Eisenstatus relevant sein.

Je nach Anamnese können darüber hinaus weitere medizinische Fragestellungen entstehen. Welche Untersuchungen tatsächlich sinnvoll sind, lässt sich jedoch nicht anhand des Symptoms „schlechter Schlaf“ pauschal festlegen.

Deshalb verfolgen wir auch hier den Grundsatz:

Nicht möglichst viele Werte bestimmen – sondern zunächst verstehen, wonach wir überhaupt suchen.

Zähneknirschen, Mundatmung und Schlaf – lohnt sich ein genauerer Blick?

Nächtliches Zähneknirschen kommt bei Kindern durchaus vor und bedeutet allein noch nicht, dass eine Erkrankung dahintersteckt.

Interessant wird es vor allem im Zusammenhang mit weiteren Auffälligkeiten.

Wenn beispielsweise gleichzeitig Mundatmung, Schnarchen, eine auffällige Zungenruhelage, Kiefer- oder Mundfunktionen oder sehr unruhiger Schlaf bestehen, kann es sinnvoll sein, diese Aspekte in die Gesamtbetrachtung einzubeziehen.

Hier zeigt sich besonders gut, warum wir einzelne Symptome nicht isoliert betrachten möchten.

Kind mit Mundatmung während des Schlafs als möglicher Hinweis auf funktionelle Einschränkungen und orale Restriktionen.

Was wir bei Schlafproblemen wissen möchten

Bevor über eine mögliche Behandlung gesprochen wird, steht für uns deshalb zunächst eine ausführliche Anamnese.

Wir möchten unter anderem verstehen:

Wann hat das Schlafproblem begonnen?

Gab es einen erkennbaren Auslöser oder bestand es schon sehr früh?

Was genau bedeutet „schlechter Schlaf“?

Geht es vor allem um Einschlafen, Durchschlafen, häufiges Erwachen oder unruhigen Schlaf?

Wie sieht die Nacht tatsächlich aus?

Wann schläft das Kind ein, wie häufig wird es wach und wie beginnt der Morgen?

Wie geht es dem Kind tagsüber?

Ist es müde, gereizt, unruhig oder unkonzentriert – oder eigentlich vollkommen fit?

Wie atmet das Kind nachts?

Gibt es Schnarchen, Mundatmung oder andere Auffälligkeiten?

Gibt es weitere körperliche Beschwerden?

Zum Beispiel Bauchbeschwerden, Schmerzen, Kopfschmerzen, Hautprobleme oder häufige Infekte?

Erst aus diesem Gesamtbild entsteht eine sinnvolle Arbeitshypothese.

Schlaftagebuch für Kinder zur Beobachtung von Schlafrhythmus und Schlafproblemen.

Wann sollte schlechter Schlaf bei Kindern ärztlich abgeklärt werden?

Nicht jedes Schlafproblem ist besorgniserregend. Bestimmte Auffälligkeiten sollten jedoch medizinisch abgeklärt werden.

Dazu gehören insbesondere deutliches oder regelmäßiges Schnarchen mit auffälliger Atmung, beobachtete Atempausen, Atemnot oder bläuliche Verfärbungen, ungewöhnlich ausgeprägte Tagesmüdigkeit sowie andere deutliche körperliche oder neurologische Auffälligkeiten.

Auch wenn ein Kind über längere Zeit erheblich unter dem Schlafproblem leidet oder sich sein Schlaf plötzlich und ohne erkennbare Erklärung stark verändert, sollte genauer hingeschaut werden.

Bei akuten Atemproblemen oder einer bläulichen Verfärbung handelt es sich um einen medizinischen Notfall.

Kinderärztliche Untersuchung bei einem Kind mit Bauchschmerzen

Nicht jedes Kind mit Schlafproblemen braucht dieselbe Behandlung

Genau das ist für uns ein entscheidender Punkt.

Bei einem Kind steht möglicherweise tatsächlich der Tagesrhythmus im Vordergrund. Bei einem anderen zeigen sich Hinweise auf eine gestörte nächtliche Atmung. Ein weiteres Kind hat begleitende Bauchbeschwerden oder eine ausgeprägte körperliche Unruhe.

Und manchmal finden sich mehrere Faktoren gleichzeitig.

Deshalb möchten wir nicht vom Symptom direkt zur Therapie springen.

Erst verstehen. Dann entscheiden, welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

Kind betrachtet seine Abendroutine mit Zähneputzen, Schlafanzug, Vorlesen und Schlafengehen.

KinderFOKUS Schlaf & Regulation

Für Kinder mit wiederkehrenden oder anhaltenden Schlafproblemen haben wir deshalb den KörperRaum™ KinderFOKUS Schlaf & Regulation entwickelt.

Der Termin ist zunächst ein diagnostischer Termin.

Auf Grundlage eines ausführlichen Anamnesebogens und einer zusätzlichen schlafbezogenen Anamnese betrachten wir gemeinsam, welche Muster und Zusammenhänge erkennbar sind. Beim Termin ergänzen wir dies durch eine gezielte Untersuchung des Kindes.

Dabei können je nach Situation beispielsweise Schlafrhythmus, körperliche Regulation, Atmung, funktionelle Zusammenhänge, begleitende Beschwerden und mögliche medizinische Einflussfaktoren relevant werden.

Das Ziel ist nicht, bereits vor der Untersuchung eine bestimmte Ursache anzunehmen.

Das Ziel ist herauszufinden:

Wo sollten wir bei diesem Kind genauer hinschauen?

KinderFOKUS, Beschwerden bei Kindern ganzheitlich betrachten – bevor der therapeutische Weg festgelegt wird

Und was passiert danach?

Aus dem KinderFOKUS kann sich je nach Befund ein ganz unterschiedlicher nächster Schritt ergeben.

Manchmal reichen zunächst Veränderungen im Alltag oder eine gezieltere Beobachtung. Manchmal erscheint eine weitere ärztliche oder fachärztliche Abklärung sinnvoll.

Bei entsprechenden Hinweisen kann auch eine gezielte Labordiagnostik beziehungsweise die Überprüfung ausgewählter Laborparameter diskutiert werden.

Zeigen sich dagegen vor allem funktionelle oder regulatorische Zusammenhänge, kann eine osteopathische Behandlung mit entsprechendem Schwerpunkt sinnvoll sein.

Und manchmal ist es gerade die Kombination verschiedener Ansätze, die zum Gesamtbild des Kindes passt.

Damit bleibt die Behandlung individuell – und folgt der Diagnostik, nicht umgekehrt.

Ausgeschlafenes Kind streckt sich morgens im Bett nach einer erholsamen Nacht.

Fazit: Schlechter Schlaf ist ein Symptom – entscheidend ist das Warum

Wenn ein Kind über längere Zeit schlecht schläft, lohnt sich ein differenzierter Blick.

Einschlafprobleme, häufiges Erwachen und unruhiger Schlaf können ganz unterschiedliche Hintergründe haben. Schlafrhythmus und Alltag gehören ebenso dazu wie emotionale Belastungen, körperliche Beschwerden, vegetative Regulation, nächtliche Atmung und mögliche medizinische Faktoren.

Deshalb lautet die wichtigste Frage für uns nicht:

„Was können wir gegen den schlechten Schlaf tun?“

Sondern zunächst:

„Was könnte den Schlaf dieses Kindes beeinträchtigen?“

Genau dort setzt der KörperRaum™ KinderFOKUS Schlaf & Regulation an: Zusammenhänge erkennen, Auffälligkeiten einordnen und daraus gezielt ableiten, welcher nächste Schritt für das einzelne Kind sinnvoll sein könnte.

KörperRaum™ KinderFOKUS – Schlaf & Regulation
Schlaf · Regulation · Zusammenhänge

KinderFOKUS, Beschwerden bei Kindern ganzheitlich betrachten – bevor der therapeutische Weg festgelegt wird

FAQ – Häufige Fragen zu Schlafproblemen bei Kindern

Ist es normal, dass Kinder nachts aufwachen?

Ja. Auch Kinder wachen im Verlauf einer Nacht zwischen verschiedenen Schlafphasen immer wieder kurz auf. Das ist zunächst normal. Entscheidend ist, wie häufig und wie lange ein Kind wach bleibt, ob es wieder in den Schlaf findet und ob weitere Auffälligkeiten hinzukommen. Auch das Befinden am Tag ist wichtig: Ist das Kind morgens erholt und tagsüber fit, spricht das für eine andere Situation als ausgeprägte Müdigkeit, Gereiztheit oder Konzentrationsprobleme.

Wann spricht man bei Kindern von Schlafproblemen?

Nicht jede schlechte Nacht ist gleich ein Schlafproblem. Genauer hinschauen sollte man, wenn Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen regelmäßig auftreten, über längere Zeit bestehen, das Kind oder die Familie deutlich belasten oder sich Auswirkungen am Tag zeigen. Auch zusätzliche Symptome wie starkes Schnarchen, auffällige Mundatmung oder körperliche Beschwerden können Anlass für eine genauere Abklärung sein.

Wie viel Schlaf braucht ein Kind?

Der Schlafbedarf hängt stark vom Alter ab und unterscheidet sich auch individuell. Deshalb sollte nicht allein die Zahl der Schlafstunden betrachtet werden. Wichtig ist ebenso, ob das Kind morgens erholt wirkt und tagsüber aufmerksam, ausgeglichen und altersentsprechend belastbar ist.

Warum schläft mein Kind plötzlich schlecht?

Vorübergehend schlechter Schlaf kann viele Gründe haben. Entwicklungsschritte, Veränderungen im Alltag, emotionale Belastungen, Infekte, Schmerzen oder andere körperliche Beschwerden können den Schlaf zeitweise beeinflussen. Hält die Veränderung länger an oder kommen weitere Auffälligkeiten hinzu, lohnt sich eine genauere Betrachtung.

Warum ist mein Kind abends müde, kann aber trotzdem nicht einschlafen?

Müdigkeit bedeutet nicht automatisch, dass der Körper bereits gut in einen Ruhezustand wechseln kann. Tagesrhythmus, viele Reize am Abend, emotionale Anspannung und die körperliche beziehungsweise vegetative Regulation können dabei eine Rolle spielen. Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur die Einschlafzeit, sondern den gesamten Tages- und Schlafrhythmus zu betrachten.

Können körperliche Ursachen hinter Schlafproblemen bei Kindern stecken?

Ja. Beispielsweise können Schmerzen, Bauchbeschwerden, Juckreiz, Atemwegsprobleme oder andere körperliche Faktoren den Schlaf beeinträchtigen. Je nach Beschwerden können auch medizinische Ursachen eine Rolle spielen. Welche Abklärung sinnvoll ist, sollte sich deshalb an der individuellen Anamnese des Kindes orientieren.

Ist Schnarchen bei Kindern normal?

Gelegentliches Schnarchen, beispielsweise während eines Infekts, kann vorkommen. Regelmäßiges oder ausgeprägtes Schnarchen sollte dagegen genauer betrachtet werden – insbesondere bei Mundatmung, auffälligen Atemgeräuschen, beobachteten Atempausen, starkem Schwitzen oder sehr unruhigem Schlaf. In solchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

FAQ

Können Eisenmangel oder andere Nährstoffmängel den Schlaf beeinflussen?

Der Eisenstoffwechsel kann bei bestimmten Schlafproblemen eine Rolle spielen, beispielsweise bei ausgeprägter motorischer Unruhe oder einem Restless-Legs-Syndrom. Eine pauschale Labordiagnostik bei jedem Kind mit Schlafproblemen ist daraus jedoch nicht abzuleiten. Ob Laborwerte sinnvoll sind und welche bestimmt werden sollten, hängt vom Gesamtbild und weiteren Hinweisen aus der Anamnese ab.

Kann Osteopathie bei Schlafproblemen bei Kindern helfen?

Das hängt davon ab, was hinter den Schlafproblemen steckt. Schlafprobleme sind keine eigenständige osteopathische Diagnose. Zeigen sich bei der Untersuchung funktionelle oder regulatorische Zusammenhänge, kann eine osteopathische Behandlung ein möglicher Baustein sein. Bei Hinweisen auf medizinische Ursachen steht dagegen zunächst die entsprechende Abklärung im Vordergrund.

Was ist der KinderFOKUS Schlaf & Regulation?

Der KörperRaum™ KinderFOKUS Schlaf & Regulation ist zunächst ein diagnostischer Termin. Dabei betrachten wir Schlafverhalten, Tagesrhythmus, körperliche Regulation, begleitende Beschwerden und mögliche funktionelle oder medizinische Zusammenhänge. Ziel ist es, besser einzuordnen, warum ein Kind schlecht schläft und welcher nächste Schritt sinnvoll sein könnte.

Quellen & weiterführende Informationen

  • Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): Aktueller Patientenratgeber „Schlafstörungen bei Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen“ (Stand 2026). Sehr gute deutschsprachige Grundlage zu normalem kindlichem Schlaf und Schlafstörungen.
    DGSM – Ratgeber Schlafstörungen
  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) – kindergesundheit-info.de: „Von Schlafbedarf und Schlafdauer“. Besonders passend für unseren Abschnitt darüber, was bei Kindern noch normal ist, da ausdrücklich auf die großen individuellen Unterschiede beim Schlafbedarf eingegangen wird.
    Schlafbedarf und Schlafdauer bei Kindern
  • BIÖG – kindergesundheit-info.de: „Probleme des kindlichen Schlafs“. Überblick über häufige Schlafprobleme und deren Einordnung; die Seite verweist auch auf die aktuelle DGSM-Information von 2026.
    Probleme des kindlichen Schlafs
  • American Academy of Sleep Medicine (AASM): Empfehlungen zur altersabhängigen Schlafdauer. Empfohlen werden beispielsweise für 3- bis 5-Jährige regelmäßig 10–13 Stunden und für 6- bis 12-Jährige 9–12 Stunden Schlaf innerhalb von 24 Stunden.
    AASM – Child Sleep Duration Health Advisory
  • Paruthi S, Brooks LJ, D’Ambrosio C et al. (2016): Recommended Amount of Sleep for Pediatric Populations: A Consensus Statement of the American Academy of Sleep Medicine. Journal of Clinical Sleep Medicine, 12(6), 785–786.
    Volltext der Publikation
  • AWMF / Deutsche Gesellschaft für Neurologie: S2k-Leitlinie Restless-Legs-Syndrom. Enthält auch einen eigenen Abschnitt zu Kindern und Jugendlichen und zur Bedeutung des Eisenstatus bei RLS.
    AWMF-Leitlinie Restless-Legs-Syndrom
KinderFOKUS, Beschwerden bei Kindern ganzheitlich betrachten – bevor der therapeutische Weg festgelegt wird

Praktisch für Eltern

Das BIÖG stellt zusätzlich ein Schlafprotokoll für Kinder zur Verfügung. Über zwei bis drei Wochen können Eltern darin Schlafenszeiten und Schlafdauer dokumentieren. Das passt sehr schön zu unserem Gedanken: zunächst beobachten und verstehen, bevor vorschnell von einer Schlafstörung ausgegangen wird.
Schlafprotokoll für Kinder

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